Ratgeber · Onlineshop

Zahlungsarten im Schweizer Onlineshop: TWINT, Karten, Rechnung

Wenn die gewünschte Zahlungsart fehlt, brechen viele Kundinnen und Kunden den Kauf ab. Die richtige Auswahl ist deshalb kein Detail, sondern ein direkter Hebel für deinen Umsatz.

· 5 Min. Lesezeit · FirstMedia Solutions

Warum die Zahlungsarten so wichtig sind

Der Checkout ist der Moment, in dem sich entscheidet, ob aus Interesse ein Kauf wird. Wer hier nicht die gewohnte Zahlungsart findet oder einen umständlichen Ablauf erlebt, springt ab.

In der Schweiz unterscheiden sich die Gewohnheiten von denen in Deutschland oder den USA. Ein Shop, der für den Schweizer Markt gebaut ist, sollte die hier verbreiteten Methoden anbieten und den Bezahlvorgang so kurz wie möglich halten.

TWINT

TWINT ist die Schweizer Bezahl-App und für viele Kundinnen und Kunden die bevorzugte Art, online und im Laden zu zahlen. Im Onlineshop bestätigt die Kundschaft die Zahlung direkt in der App, auf dem Desktop meist per QR-Code.

Für Händler ist TWINT einfach zu integrieren, sofern dein Zahlungsanbieter es unterstützt. Für einen Shop mit Schweizer Kundschaft gehört TWINT heute praktisch zur Grundausstattung.

Kredit- und Debitkarten, Apple Pay und Google Pay

Visa und Mastercard sind weltweit akzeptiert und für Kundschaft aus dem Ausland oft die erste Wahl. Viele Debitkarten lassen sich heute ebenfalls online einsetzen. Die Sicherheit beim Bezahlen übernimmt in der Regel 3-D Secure, also die zusätzliche Bestätigung in der Banking-App.

Apple Pay und Google Pay nutzen die hinterlegten Karten und verkürzen den Checkout auf dem Smartphone auf wenige Sekunden. Gerade bei mobilen Käufen kann das die Abbruchrate senken.

Beachte bei Karten die Möglichkeit von Rückbuchungen. Bestreitet eine Karteninhaberin eine Zahlung, kann der Betrag zurückgefordert werden. Eine saubere Dokumentation von Bestellung, Versand und Zustellung hilft dir, solche Fälle zu klären.

PostFinance, Rechnung und Vorkasse

PostFinance ist in der Schweiz weit verbreitet, und manche Kundinnen und Kunden zahlen bevorzugt direkt über ihr PostFinance-Konto. Ob sich die Integration lohnt, hängt von deiner Zielgruppe ab.

Der Kauf auf Rechnung ist in der Schweiz beliebt, weil die Kundschaft erst nach Erhalt der Ware zahlt. Das Ausfallrisiko trägst du entweder selbst oder übergibst es einem spezialisierten Rechnungsanbieter, der Bonität prüft und die Zahlung garantiert. Dafür fällt eine Gebühr an.

Vorkasse per Banküberweisung mit QR-Rechnung ist günstig, verzögert aber den Versand und wird online seltener gewählt. Für B2B-Shops mit bekannten Geschäftskunden ist die Rechnung mit Zahlungsziel dagegen oft Standard.

Den passenden Zahlungsanbieter wählen

Die einzelnen Zahlungsarten bindest du meist nicht einzeln an, sondern über einen Zahlungsanbieter, auch Payment Service Provider genannt. Bekannte Anbieter im Schweizer Markt sind zum Beispiel Datatrans, Payrexx, Stripe, Wallee oder Saferpay. Sie bündeln die Methoden, übernehmen die sichere Abwicklung und zahlen dir die Beträge aus.

Die Gebühren bestehen typischerweise aus einem Prozentsatz pro Transaktion, teils plus Fixbetrag, und je nach Anbieter aus einer Monatsgebühr. Vergleiche die Konditionen für die Zahlungsarten, die du tatsächlich nutzt, nicht nur die Werbekonditionen.

  • Unterstützt der Anbieter TWINT, Karten und PostFinance?
  • Gibt es ein fertiges Plugin für deine Shop-Plattform?
  • Wie hoch sind die Gebühren pro Zahlungsart und pro Monat?
  • Wie schnell und in welcher Währung erfolgen Auszahlungen?
  • Wie laufen Rückerstattungen und Rückbuchungen ab?

Sicherheit und Checkout-Erlebnis

Kartendaten sollten nie auf deinem eigenen Server landen. Seriöse Zahlungsanbieter wickeln die sensible Eingabe in ihren zertifizierten Systemen ab. Das reduziert dein Risiko und deinen Aufwand bei Sicherheitsvorgaben wie PCI DSS erheblich.

Gestalte den Checkout so kurz wie möglich: Gastbestellung ohne Konto ermöglichen, nur nötige Felder abfragen, Versandkosten früh zeigen und die verfügbaren Zahlungsarten schon auf der Produktseite oder im Warenkorb anzeigen.

Welche Kombination zu welchem Shop passt

Nicht jeder Shop braucht jede Zahlungsart. Jede zusätzliche Methode bedeutet Einrichtung, Gebühren und manchmal Abklärungen mit dem Anbieter. Besser ist eine gezielte Auswahl, die zu deiner Kundschaft passt.

Ein kleiner Shop mit Schweizer Privatkundschaft fährt mit TWINT, Karten sowie Apple Pay und Google Pay meist gut. Bei höheren Warenkörben, etwa bei Möbeln oder Elektronik, schätzen viele Kundinnen und Kunden den Kauf auf Rechnung. Verkaufst du an Firmen, ist die Rechnung mit Zahlungsziel oft wichtiger als jede App.

Wenn du auch ins Ausland verkaufst, prüfe, welche Methoden in den Zielländern verbreitet sind und in welcher Währung du die Preise anzeigst. Gute Zahlungsanbieter erlauben es, die Auswahl später zu erweitern, ohne den Shop umzubauen. Starte deshalb schlank und ergänze, wenn deine Daten zeigen, dass etwas fehlt.

  • Privatkunden Schweiz: TWINT, Karten, Apple Pay, Google Pay
  • Hohe Warenkörbe: zusätzlich Kauf auf Rechnung
  • B2B: Rechnung mit Zahlungsziel, ergänzt um Karte
  • Internationale Kundschaft: Karten und lokale Methoden der Zielländer

Das Wichtigste in Kürze

Welche Kombination für deinen Shop sinnvoll ist, hängt von Zielgruppe, Warenkorbgrösse und Prozessen ab. Wir richten Zahlungsarten und Anbieter beim Aufbau deines Shops passend ein. Wenn du gerade planst, lies auch Onlineshop erstellen lassen oder fordere direkt eine Offerte für deinen Onlineshop an.

  • TWINT und Kreditkarte sind für Schweizer Shops die Basis
  • Apple Pay und Google Pay beschleunigen mobile Käufe
  • Rechnung erhöht das Vertrauen, am besten mit einem Anbieter, der das Risiko übernimmt
  • Wähle einen Zahlungsanbieter mit Plugin für deine Plattform
  • Vergleiche Gebühren pro tatsächlich genutzter Zahlungsart
  • Halte den Checkout kurz und zeige Zahlungsarten früh

Häufige Fragen

Welche Zahlungsarten sollte ein Schweizer Onlineshop anbieten?

Als Basis TWINT sowie Visa und Mastercard. Je nach Zielgruppe ergänzen Apple Pay, Google Pay, PostFinance und Kauf auf Rechnung das Angebot.

Wie binde ich TWINT in meinen Onlineshop ein?

Meist über einen Zahlungsanbieter, der TWINT unterstützt und ein Plugin für deine Shop-Plattform anbietet. Nach der Freischaltung wird TWINT im Checkout als Zahlungsart angezeigt.

Ist Kauf auf Rechnung für kleine Shops riskant?

Wenn du die Rechnungen selbst abwickelst, trägst du das Ausfallrisiko. Ein spezialisierter Rechnungsanbieter prüft die Bonität und übernimmt das Risiko gegen eine Gebühr.

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