Ratgeber · Sichtbarkeit

Website-Relaunch ohne Ranking-Verlust

Ein Relaunch ist die Chance für einen besseren Auftritt, aber auch ein Risiko für deine Rankings. Mit sorgfältiger Vorbereitung behältst du, was du dir bei Google aufgebaut hast.

· 5 Min. Lesezeit · FirstMedia Solutions

Warum Rankings beim Relaunch verloren gehen

Google kennt deine bisherigen Seiten unter ihren Adressen. Ändern sich diese Adressen ohne Weiterleitung, landen Besucher und Suchmaschine auf einer Fehlerseite. Die Signale, die eine Seite über Jahre gesammelt hat, gehen verloren.

Weitere häufige Ursachen sind gestrichene Inhalte, die gut rankten, eine neue Struktur ohne klare Themenseiten, langsamere Ladezeiten und vergessene technische Einstellungen wie ein noindex aus der Testumgebung.

Vor dem Relaunch: Bestand erfassen

Bevor du etwas änderst, musst du wissen, was du hast. Erstelle eine vollständige Liste aller bestehenden URLs und halte fest, welche davon Besucher, Rankings und Anfragen bringen.

Als Quellen eignen sich die Google Search Console, deine Webanalyse, die bestehende XML-Sitemap und ein Crawl der Website mit einem SEO-Tool. So siehst du auch Seiten, die im Menü nicht mehr verlinkt sind, aber noch Besucher von Google bekommen.

  • Alle URLs der alten Website, inklusive PDFs und Bilder mit Traffic
  • Seiten mit den meisten Klicks und Impressionen in der Search Console
  • Seiten mit externen Verlinkungen
  • Wichtige Suchbegriffe und aktuelle Positionen
  • Titel und Meta-Descriptions der Top-Seiten

URL-Mapping und 301-Weiterleitungen

Das Herzstück eines sicheren Relaunchs ist das URL-Mapping: eine Tabelle, die jeder alten Adresse die passende neue Adresse zuordnet. Wo sich eine URL ändert, wird eine 301-Weiterleitung eingerichtet. Sie sagt Google, dass die Seite dauerhaft umgezogen ist.

Leite immer auf die inhaltlich passendste Seite weiter, nicht pauschal auf die Startseite. Eine Sammelweiterleitung auf die Startseite behandelt Google oft wie eine gelöschte Seite. Vermeide zudem Weiterleitungsketten, bei denen eine Adresse über mehrere Stationen weitergereicht wird.

Wenn möglich, behalte gut rankende URLs einfach bei. Nicht jede Adresse muss sich ändern, nur weil die Website neu ist.

Für alte Seiten, die es inhaltlich nicht mehr gibt und für die keine passende neue Seite existiert, ist eine ehrliche Fehlerseite besser als eine erzwungene Weiterleitung. Gestalte die 404-Seite hilfreich, mit Suche und Links zu den wichtigsten Bereichen, damit Besucher nicht einfach abspringen.

Inhalte und Technik mitnehmen

Seiten, die gut ranken, sollten ihre Inhalte im Kern behalten. Du kannst sie verbessern und ergänzen, aber kürze nicht blind, nur weil das neue Design weniger Text vorsieht. Auch Titel, Überschriften und Meta-Descriptions der wichtigen Seiten verdienen Aufmerksamkeit.

Technisch gehören saubere Canonical-Tags, eine aktuelle XML-Sitemap, korrekte hreflang-Angaben bei mehrsprachigen Websites und schnelle Ladezeiten dazu. Strukturierte Daten, die es vorher gab, sollten nicht verschwinden.

Testumgebung und Go-live

Die neue Website entsteht meist auf einer Testumgebung. Diese sollte für Suchmaschinen gesperrt sein, idealerweise mit Passwortschutz. Beim Go-live muss diese Sperre zuverlässig entfernt werden, ein vergessenes noindex ist einer der häufigsten und teuersten Fehler.

Teste die Weiterleitungen vor und direkt nach dem Launch mit der Liste aus dem URL-Mapping. Jede alte URL sollte mit einem einzigen Sprung auf die richtige neue Seite führen.

  • noindex und Passwortschutz der Testumgebung entfernen
  • robots.txt prüfen, keine wichtigen Bereiche gesperrt
  • Alle 301-Weiterleitungen stichprobenartig und automatisiert testen
  • Neue XML-Sitemap in der Search Console einreichen
  • Interne Links auf die neuen URLs umstellen

Nach dem Relaunch: beobachten und nachbessern

In den Wochen nach dem Launch sind Schwankungen normal. Google muss die neue Website erst neu erfassen. Beobachte in der Search Console die Indexierung, Fehlerseiten und die Entwicklung von Klicks und Impressionen.

Tauchen 404-Fehler auf, ergänze die fehlenden Weiterleitungen. Brechen einzelne wichtige Seiten ein, vergleiche alte und neue Version: Fehlt Inhalt, hat sich der Titel geändert, ist die Seite schlechter verlinkt? Die alten Weiterleitungen sollten langfristig bestehen bleiben.

Typische Fehler, die Rankings kosten

Viele Ranking-Verluste nach einem Relaunch wären vermeidbar gewesen. Oft wird SEO erst nach dem Go-live zum Thema, wenn die Besucherzahlen bereits sinken. Dann ist die Reparatur aufwendiger, als es die Planung gewesen wäre.

Besonders heikel sind Relaunches, bei denen gleichzeitig Domain, Struktur, Inhalte und Technik wechseln. Je mehr sich auf einmal ändert, desto schwieriger wird es, die Ursache für einen Einbruch zu finden. Wenn möglich, ändere nicht alles gleichzeitig.

Auch das Design kann Rankings beeinflussen: Inhalte, die nur noch in Schiebereglern oder aufklappbaren Elementen versteckt sind, grosse Bilder ohne Optimierung oder ein schwerer Seitenaufbau verlangsamen die Website. Die Grundlagen, auf die Google achtet, findest du im Artikel SEO für KMU.

  • Keine oder pauschale Weiterleitungen auf die Startseite
  • Gut rankende Seiten ersatzlos gestrichen
  • noindex aus der Testumgebung übernommen
  • Titel und Meta-Descriptions nicht übernommen
  • Search Console nach dem Launch nicht kontrolliert
  • Domain, Struktur und Inhalte gleichzeitig geändert

Das Wichtigste in Kürze

Ein Relaunch muss keine Rankings kosten, wenn SEO von Anfang an mitgeplant wird. Bei unseren Projekten gehören URL-Mapping, Weiterleitungen und die Prüfung in der Search Console fest dazu. Wenn du einen Relaunch planst, lass dir im kostenlosen Erstgespräch zeigen, worauf es bei deiner Website ankommt.

  • Alle bestehenden URLs und ihre Leistung vorab erfassen
  • Jede geänderte URL per 301 auf die passende neue Seite weiterleiten
  • Gut rankende Inhalte behalten und verbessern statt streichen
  • Testumgebung sperren und die Sperre beim Go-live entfernen
  • Sitemap einreichen und die Search Console wochenlang beobachten

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis sich Rankings nach einem Relaunch erholen?

Bei sauberer Umsetzung sind Schwankungen meist nach einigen Wochen ausgeglichen. Bleiben Verluste länger bestehen, deutet das auf fehlende Weiterleitungen oder Inhalte hin.

Was ist eine 301-Weiterleitung?

Eine 301-Weiterleitung leitet eine alte Adresse dauerhaft auf eine neue weiter. Besucher landen automatisch richtig, und Google überträgt die Signale der alten Seite auf die neue.

Muss ich bei einem Domainwechsel etwas Besonderes beachten?

Ja. Zusätzlich zu den Weiterleitungen solltest du die neue Domain in der Google Search Console bestätigen und dort die Adressänderung melden.

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